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Berichte und Stimmen zum ersten Buch 
"Wen der Kuckuck ruft"

Mit 74 beruflich noch mal durchgestartet.
Westfälische Rundschau, 11. März 2010, Redakteur Dennis Jerchow

Emil Gätjens aus Ottfingen hat seinen ersten Roman geschrieben

Ruhe ist nichts für Emil Gätjens. Bis vor einem Jahr hat der 74-Jährige noch Vollzeit gearbeitet. Eigentlich hätte er jetzt genug Zeit, um sich ausgiebig seiner Bibliothek mit mehr als 1000 Werken zu widmen. „Aber den ganzen Tag nur lesen, das wäre mir viel zu langweilig.“ Er greift lieber selbst zur Feder – jetzt ist sein erster Roman erschienen. Es gibt ein Wort, das mag der Ottfinger gar nicht: „Hobbyautor“, sagt Gätjens. „Das will ich nicht sein. Ich sehe Schreiben als meinen neuen Beruf.“
Emil Gätjens überlässt nichts dem Zufall, plant seine nächsten Schritte als Autor präzise. Der Schriftsteller sitzt im Wohnzimmer. Vor ihm ein Laptop und vollgeschriebene Blöcke mit Notizen. Der Raum ist sein. Der Raum ist seine provisorische Schreibstube: „Mein Büro wird gerade umgebaut“, sagt er und greift zur Computermaus. Er klickt kurz. Ein Ordner öffnet sich, dutzende Dokumente erscheinen. Sie haben Namen wie „Lesung Stuttgart“, „Adressen“ und so weiter. Die Dateien sind seine Werkzeuge, wenn es darum geht, bekannter zu werden. „Ich gehe das professionell an. Da hilft mir auch meine jahrelange Erfahrung im Beruf.“

„Ich arbeite bereits an zwei weiteren Manuskripten.“

Dabei gab es den einen Beruf in seinem Leben erst spät. Nach acht Jahren auf der Volksschule erlernt Emil Gätjens drei handwerkliche Berufe – „alle erfolgreich“. Danach studierte er Hochbautechnik, schloss mit dem Staatsexamen ab und wechselte wieder die Branche. Gätjens lässt sich zum Allfinanz-Kaufmann ausbilden. Diesem Beruf ist er 34 Jahre treu, bis zum Ruhestand.
„Mit meinem Beruf habe ich vollkommen abgeschlossen“, sagt er. Negativ klingt es nicht, mehr nach einer Philosophie: Gestern war gestern – und es war schön. Aber jetzt kommt etwas ganz Neues.
Die Idee, einen Roman zu schreiben, geisterte in Emil Gätjens seit 20 Jahren im Kopf herum. Kurzgeschichten hat er schon früher verfasst, neben seinem Beruf. „Aber an einen Roman wollte ich mich nicht ohne die richtige Vorbereitung wagen“, erzählt er. Deswegen nahm er kurzerhand ein viersemestriges Fernstudium an der „Schule des Schreibens“ in Hamburg auf.
„Dort habe ich das Handwerkzeug gelernt.“ Jetzt konnte er endlich seine Gedanken, seine
Notizen ordnen, das Grundgerüst des Buches zeichnen – und dann mit Leben füllen. Das Ergebnis ist die Geschichte des siebenjährigen Karl, der in den letzten Kriegsjahren von den
Nazis aufs Land geschickt werden. „Kinder wie Karl hat es Hunderttausende gegeben“, sagt Emil Gätjens. Er glaubt, dass sich viele ältere Menschen durch seinen Roman zurück in eine längst vergangene Zeit versetzt fühlen. „Meine Geschichte wird in erster Linie die älteren Leser ansprechen“, sagt der Ottfinger. „Aber der Roman soll auch ein historisches Zeugnis für die Jüngeren sein. Denn Zeitzeugen wird es in Zukunft immer weniger geben“, sagt Gätjens. Sich festlegen lassen auf Geschichten rund um die Thematik Zweiter Weltkrieg will Gätjens nicht.
„Ich arbeite bereits an zwei weiteren Manuskripten“, verrät er. „Einmal geht es um eine Familiensaga aus dem 19. Jahrhundert. Außerdem möchte ich einen historischen Roman schreiben, der in einem kleinen Staat im Süden Ostasiens spielt.“ Fast täglich taucht Emil
Gätjens in die Welt seiner künftigen Roman-Charaktere ein, sichtet akribisch altes Kartenmaterial, liest in Geschichtsbüchern. Schließlich muss historisch alles stimmen, darauf lege ich schon Wert“, sagt er. Eine Arbeit, die ihn viele Stunden in der Woche „kostet“. „Aber ich habe es mir ausgesucht – denn ohne die Arbeit würde mir ja schnell langweilig werden. Einfach nur Ruhe – das ist wirklich nicht mein Ding.

Wen der Kuckuck ruft.“
Sauerlandkurier, 13.01.2010, Redakteur Achim Gandras

Emil Gätjens’ Roman von einer Jugend im Krieg

Hunderttausende deutsche Kinder wurden in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs aus den Städten hinaus aufs Land verschickt, um sie vor den immer intensiveren Luftangriffen der Alliierten zu bewahren. Einer von ihnen war der heute 73-jährige Emil Gätjens aus Wenden, der seine und die Erinnerungen vieler anderer zum Anlass genommen hat, die Erlebnisse einer etwas anderen Kindheit in einem Roman wieder aufleben zu lassen.
Entstanden ist so „Wen der Kuckuck ruft“, ein 236 Seiten starkes Erstlingswerk, das nun im
Friedberger Verlagshaus Schlosser erschienen ist und dass es über den Buchhandel oder auch per Bestellung über das Internet zu haben ist. Emil Gätjens hat in den vergangenen Wochen schon mehrfach daraus gelesen, wie beim Hützemerter Seniorentag, wobei der ursprünglich aus Duisburg stammende Finanzkaufmann einen naturgemäß passenden Rahmen gefunden hatte. Das sind doch die Hörer, eben die Kinder der Generation, die der Roman behandelt.

Landverschickung statt Bombenhagel.

„Wen der Kuckuck ruft“ erzählt die Geschichte des jungen Karl, der 1943 in einem fränkischen Dorf fern von Familie und Heimat in Sicherheit gebracht wird. Dort erlebt man mit Augen eines Kindes das ländliche Umfeld im Bannkreis einer bevorstehenden Apokalypse, obgleich sich der politische Hintergrund dem Heranwachsenden entzieht. Er detektiert vielmehr seine Zeit aus den Versatzstücken der persönlichen Eindrücke, wobei ein interessanter Sitten¬spiegel entsteht. Emil Gätjens vermeidet in seiner Erzählung den auktorialen Überblick des allwissenden Erzählers, und so fügt sich eine ganze versunkene Welt nach und nach wieder zusammen. Die Generation der inzwischen über 70-Jährigen, der auch der Autor aus Wenden entstammt, wird sich anhand des Romans sicher in vielen Situationen wiederfinden. Für andere, jüngere, öffnet sich der Blick in Zeiten, als es weiß Gott nicht üblich war, unversehrt und satt vor dem Fernseher einzuschlafen.


Aus zerbombter Stadt ins Taubertal geschickt.“
Bericht von Redakteur Arno Boas, Tauber-Bischofsheim, 23.12.2010

Der Bombenkrieg tobt, in den deutschen Ballungsgebieten versinken im Zweiten Weltkrieg ganze Städte in Schutt und Asche. Aus diesem Inferno werden im Jahr 1943 zwei Jungen aus dem Ruhrgebiet in ein kleines Dorf ins Taubertal verschickt, wo sie Schutz vor den Bomben finden – und wo es so ganz anders zugeht, als zu Hause in der großen Stadt. Was die Jungen erleben, schildert der Schriftsteller Emil Gätjens eindrucksvoll in seinem Roman „Wen der Kuckuck ruft“. Am 10. Februar 2010 liest der 75-jährige gebürtige Duisburger beim Heimatverein Igersheim aus seinem Werk.
Mit seinem teilweise aus Kindersicht geschriebenen Roman will Emil Gätjens, der selbst im Krieg aufs Land verfrachtet worden war, vorwiegend ein zeitgeschichtliches Dokument abliefern. „Die Zeitzeugen werden langsam immer weniger“, schildert er seine
Schreibmotivation im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Die heutige Jugend, die den
Krieg zum Glück nur aus Erzählungen kennt, solle wissen, dass es nicht überall und zu jeder Zeit selbstverständlich gewesen sei, jede Nacht in aller Ruhe durchschlafen zu können. Ganz bewusst habe ich einen Teil des Romans aus den Augen eines Kindes geschrieben, „denn ich wollte den ganzen Erwachsenenquatsch herauslassen“.
Protagonist ist Karl, ein in sich gekehrter, kleiner Junge, unterernährt und ängstlich, der mit seinen Freunden in den Tag lebt und in den Nächten Todesangst durchmacht, wenn die alliierten Bomberflotten ihre tödliche Fracht über der Stadt im Ruhrgebiet ausklinken.

Fiktive Handlung

Ich bin nicht Karl“, betont Emil Gätjens, denn der Roman sei nicht autobiografisch. „So wie Karl ist es damals vielen jungen Menschen ergangen“, hebt er hervor. Er selbst wurde mit sieben Jahren ins Taubertal verschickt, hat daran aber nur noch schwache Erinnerungen. „Manches kam beim Schreiben unbewusst wieder hoch“, hat er festgestellt. Doch die Handlung sei fiktiv, genauso wie das Dorf, in dem Karl und sein Bruder Hannes für zwei Jahre eine neue Heimat finden. „Das Ganze hätte sich überall zutragen können“, so der Autor. Zuerst klagt Karl über Heimweh, doch mit der Zeit findet sich der Junge in dem Dorf immer besser zurecht, zumal er in seiner neuen Familie aufgenommen wird und sich Muader rührend um das neue Familienmitglied sorgt. Vieles ändert sich, als Gretel auftaucht, ebenfalls ein Bombenkind wie er, jedoch aus Stuttgart kommend. Eine romantische Kinderliebe beginnt … Als Emil Gätjens 1945 als Neunjähriger nach Duisburg kommt, findet er seine alte
Heimat völlig zerstört vor. „Das war sehr traurig“, erinnert er sich. Für eine siebenköpfige Familie war das Überleben auch nach dem Krieg nicht einfach, aber so wie Karl habe auch ich hoffnungsvoll in die ungewisse Zukunft geblickt.“ Und so gibt es, auch wenn Karls Geschichte frei erfunden ist, doch gewisse Schnittmengen mit der Kindheit von Emil Gätjens. Zum Schriftsteller wurde Emil Gätjens erst mit 70 Jahren. „Mit Blick auf meinen Ruhestand suchte ich eine neue Aufgabe“, erzählt er im Gespräch. Müßiggang ist seine Sache nicht, und so fand der nach eigenen Angaben aktive und lebhafte Mensch, der zuletzt als
Finanzkaufmann bei einer Bausparkasse arbeitete, ein neues Betätigungsfeld: das Schreiben. Das Thema für den ersten Roman war schnell gefunden: „Es drängt mich seitdem ständig, etwas zu schreiben.“ Den Schriftsteller machte er zu seinem „letzten Lebensberuf“, denn nur als Hobby mag er seine neue Leidenschaft nicht bezeichnen. Ein neues Projekt ist längst am Entstehen. Ein historischer Roman soll es werden. Schreiben, Recherchieren, Kontakte knüpfen, Korrigieren: Die Arbeit geht dem rüstigen Rentner garantiert nicht aus.

Der Schlafplatz bleibt
Stadtanzeiger Leonberg, 10.11.2010, von Sarah Tolitsch
 
Emil Gätjens war 34 Jahre in Leonberg beschäftigt.
Mit dem Stadtanzeiger sprach der Autor über das, was er aus der Engelbertstadt mitgenommen hat, und die Leidenschaft fürs Schreiben. „Ich betrachte das Schreiben nicht als Hobby, sondern als dritten Lebensberuf“, sagt Emil Gätjens. Der Zweite hatte ihn Mitte der Siebziger Jahre nach Leonberg geführt. Dort arbeitete er bis zu seinem Ruhestand für die Leonberger Bausparkasse, die Wüstenrot und die Württembergische. Seine orangefarbene Dienstkrawatte hat er auch an diesem Tag angezogen. Die trage ich nur wegen der Farbe, weil sie mir so gefällt“, schmunzelt der 74-Jährige, während er an sich herunterschaut. „Das war ein Familienbetrieb. Ich habe da gern gearbeitet“, erinnert er sich an die „LéoBau“. Durch die Arbeit dort hat der gebürtige Duisburger viele Freundschaften und optimale Bekannte in und um Leonberg gewonnen. Mit seinem Eintritt in den Ruhestand habe er auch schweren Herzens etwas abgegeben, das ein Teil von ihm geworden sei. „Manchmal drückt ein Wort nicht alle Gefühle aus“, sagt Gätjens nachdenklich. Obwohl er im Sauerland lebt, ist er noch immer viel hier in dieser Gegend unterwegs. „Ich habe einen angestammten Schlafplatz in Heimsheim“, verrät Gätjens. Dort wird er auch am 11. Februar in der Stadtbibliothek zu Gast sein und aus seinem ersten Roman „Wen der Kuckuck ruft“ lesen.
Er handelt von dem kleinen Karl, der während des Zweiten Weltkrieges vor den Luftangriffen im Ruhrgebiet in ein fränkisches Dorf in Sicherheit gebracht wird. Dort entdeckt er das Leben auf dem Land in all seinen Facetten und trifft seine erste Kinderliebe – Gretel aus Stuttgart. Die beiden sind unzertrennlich und erleben eine unbeschwerte Kindheit, bis Gretel plötzlich abreist und bald darauf die Alliierten eintreffen …
Das Dorf ist fiktiv, die Charaktere auch. Die Geschichte Karls ist nicht Gätjens eigene, darauf legt er großen Wert. Vereinzelt sei lediglich „ein autobiografischer Touch“ eingeflossen, denn der Autor teilt das Schicksal Hunderttausender Kinder, die während der Kriegswirren in Pflegefamilien untergebracht waren.

„Für Schüler wäre es Geschichte“

Mit seinen Büchern möchte Gätjens viele Leute ansprechen. Sicher, für seinen Debütroman interessieren sich überwiegend Zeitzeugen, da sie einen Bezug zum Thema hätten. „Die haben die Not der Zeit erlebt“, weiß der Familienvater. Die Jüngeren könnten sich hingegen ein Bild davonmachen, wie es früher gewesen sei. „Für Schüler wäre es Geschichte“, findet Gätjens. Denn heutzutage gäbe es keine Todesangst mehr, die stets im Hintergrund lauerte. Die Menschen hätten alles – vorwiegend ein friedliches Leben. „Sie kennen die schrecklichen Bilder nach einem Luftangriff nicht“, sagt der 74-Jährige. Deshalb habe er in seinem Buch einen geschildert, „um zu zeigen: So war’s“. „Ich will nicht durch meine Bücher reich werden, sondern lieber zeigen, wie man sich heute zurücklehnen kann“, fügt der Pensionär hinzu.

Die Liebe zur Belletristik war schon immer da

Mit dem Schreiben hat Gätjens erst vor ein paar Jahren begonnen. Die Liebe zur Belletristik sei ihm angeboren, aber die Frage ‚Schreiben oder nicht schreiben?‘ habe sich nie gestellt: Wer das früher sehr ernsthaft machen wollte, wurde ausgelacht“, erzählt er. Später kamen
Frau und Kinder dazu, da sei dann auch keine Zeit dafür geblieben. „Ich hatte Angst vor dem Rentenalter und habe deshalb nach einer brauchbaren Beschäftigung Ausschau gehalten. „Da musste etwas Aktives her“, verrät Gätjens, warum er sich letzten Endes doch für das Schreiben entschieden hat. Zwischenzeitlich hat er sogar ein Fernstudium im Fach Belletristik abgeschlossen.

Wenn ich schreibe, bleibe ich lebendig“

Sein zweiter Roman, eine Familiensaga, die in Westpreußen zur Zeit des Großdeutschen Reiches spielt, erscheint im Frühjahr. Für ein drittes Buch recherchiert er gerade. „Das ist wie ein innerer Motor“, beschreibt Gätjens seine Motivation, „wenn ich schreibe, bleibe ich lebendig.“

Literarisches Heimspiel
WAZ, Duisburg, 26.10.2010, Redakteur Dennis Bechtel

Viele Weggefährten kamen zur Lesung in die Bezirksbibliothek in Meiderich.

Dass ein Autor seine Gäste bei einer Lesung per Handschlag begrüßt, erlebt man nicht alle Tage. Und auch Neuschriftsteller Emil Gätjens schien das gar nicht geplant zu haben, vielmehr trieb ihn die Freude von seinem Pult auf, um seine Zuhörer zu begrüßen. Es war die Freude darüber, dass unter den zahlreichen Gästen so viele alte Bekannte und Freunde aus Schulzeiten waren, die am Dienstag den Weg in die Bezirksbibliothek in Meiderich an der Von-der-Mark-Straße zu seiner Lesung aus seinem Buch „Wen der Kuckuck ruft“ gefunden hatten.
„Wir kennen uns doch auch, oder?“, fragte der Autor immer wieder einen seiner Gäste und die
Die Antwort war oft die gleiche: „Ja, klar, aber wir haben und das letzte Mal vor zig Jahren gesehen.“ Das
Gätjens viele der Gäste so lange nicht gesehen hat, liegt zum einen daran, dass der gebürtige Meidericher vor vielen Jahren ins Sauerland zog, und daran, dass das Leben eben einfach manchmal so spielt und man sich aus den Augen verliert. Darum geht es auch in seinem Roman, der bereits im vergangenen Jahr erschienen ist. Horst und Anneliese begegnen sich und stellen fest, dass sie als Kinder gute Freunde waren. Jedoch hatten sie sich damals in den Wirren des Zweiten Weltkriegs aus den Augen verloren. Während Anneliese ihre gesamte Kindheit in Meiderich verbrachte, wurde Horst 1943 vor dem Bombenkrieg in einem Dorf in Franken in Sicherheit gebracht. Als sie sich dann später im Meidericher wieder treffen und ein zweites Mal kennenlernen, erzählt Horst seiner Anneliese seine Geschichte. Die Geschichte eines bunten Kuckuckslebens auf dem Land.

Der Meidericher schreibt
 Der Meidericher, 20.10.2010, Redakteurin Heike Wiehe

Meidericher Junge als Bombenkind auf einem Bauernhof in Franken

„Wen der Kuckuck ruft“, ein Roman, den der in Meiderich geborene Autor, Emil Gätjens am Dienstag, den 26.Oktober 2010 in der Bezirksbibliothek auf der Von-der-Mark-Straße 71 zusammen mit der Buchhandlung Filthaut, seinen Meidericher Mitbürgern vorstellen will. Meiderich lag unter der Bombenlast des alliierten Bombenhagels und die Menschen litten, verloren ihr Hab und Gut und starben unter den Trümmern. Die Kinder erlebten in den Kellern Nacht für Nacht Todesängste. So wurde Emil Gätjens, zusammen mit Hunderten anderen Kindern, 1943 durch die Kinderlandverschickung auf einem Bauernhof in Franken in Sicherheit gebracht. Der Autor wurde 1935 als viertes von fünf Kindern in Meiderich geboren. Seit 1975 wohnt er im Sauerland. Nach 59 ebenso bewegten wie erfolgreichen Arbeitsjahren in der Reihenfolge als Handwerker, Hochbautechniker und Finanzkaufmann absolvierte er ein zweijähriges Fernstudium im Fachbereich Belletristik. Schreiben ist ein Handwerk, und das Studium hat mir geholfen, das Metier zu erlernen. Der Autor hat als Kind lieber Bücher gelesen als Fußball gespielt. „Wen der Kuckuck ruft“ ist die Geschichte des kleinen Karls, der in ein Dorf, fern von zu Hause, in Sicherheit gebracht wurde. Dort lernte er mit den Augen und dem Empfinden eines Kindes das dörfliche Leben kennen und erlebte auch seine erste heiße Kinderliebe mit Gretel. Er erkannte im Bannkreis der bevorstehenden Apokalypse nicht den politischen Hintergrund. Emil Gätjens detektiert diese Zeit aus den Versatzstücken der persönlichen Eindrücke und umfangreicher Recherchen, wobei ein interessanter Sittenspiegel entstanden ist. So fügt sich eine ganz versunkene Welt nach und nach wieder zusammen. Viele Zuhörer und Leser werden sich in der Romanhandlung wiederfinden. Für die Jüngeren öffnet sich der Blick in die Zeiten, in denen es weiß Gott nicht üblich war, satt und ohne Todesangst einzuschlafen.

Wen der Kuckuck ruft“, Lesung mit Emil Gätjens
„Stadtjournal Heimsheim“, aktuell, Lokalredaktion Heimsheim, 10.02.2011

Am morgigen Freitag, 11. Februar, liest im Rahmen der Bücherei-Reihe „Kultur in der Zehntscheune“ ab 20:00 Uhr in der Vortragshalle aus seinem Erstlingswerk „Wen der Kuckuck ruft“.
Das Buch, das autobiografische Züge enthält, handelt von dem kleinen Jungen Karl, der kurz vor Kriegsende in ein fränkisches Dorf geschickt wird, um ihn vor den Bombenangriffen im Ruhrgebiet in Sicherheit zu bringen.
Die Lesung im Vortragssaal wird von Musika Viva musikalisch umrahmt. Der Eintritt beträgt ...

Kultur in der Zehntscheune – Autorenlese: Emil Gätjens
Stadtbücherei Heimsheim, Eigener Bericht von Frau Tina Kühnle-Häcker, 11.02.2011'

Auf Einladung der Stadtbücherei Heimsheim war am Freitag, den 11. Februar 2011, Emil
Gätjens zu Gast in der Zehntscheune. Heute 75-jährig, als viertes von fünf Kindern, in Duisburg geboren, ist Emil Gätjens seit seiner Kindheit der Belletristik eng verbunden. Schon als kleiner Junge hat er lieber Bücher gelesen, als mit Gleichaltrigen Fußball zu spielen. Nach einem langen Berufsleben fand er nun den Weg zum Schreiben und las aus seinem Erstlingsroman
„Wen der Kuckuck ruft“. Das Buch, das autobiografische Züge enthält, handelt von dem siebenjährigen Jungen Karl, der zwei Jahre vor Kriegsende in ein kleines schwäbisches Dorf geschickt wird, um ihn vor dem Bombenhagel im Ruhrgebiet in Sicherheit zu bringen.
Weit weg von seiner Familie führt er in seiner Pflegefamilie ein buntes Kuckucksleben. Die Beschreibung ist lebensecht, das spürt jeder im Vortragssaal der Zehntscheine. Die Echtheit des Erlebens von Karl macht die besondere Note des Buches aus. Der Autor schildert lebhaft die Kindheitserlebnisse des Jungen. So ist die Beschreibung der tödlichen Gefahr durch Bombenangriffe oder die Zuneigung des kleinen Karl zu seiner schwäbischen Freundin auch für das Publikum miterlebbar.
Ansprechend musikalisch umrahmt wurde die Lesung von „Musica Viva“ mit einem Ensemble dreier Flötistinnen: Ann-Sophie Langer, Gabi Jessen, und Dagmar Häusler.


Das Leben als Kriegskind im Tauber Tal
Tauber Zeitung, Igersheim/Main-Tauber-Zeitung, Redaktion: ikk, Igersheim, 02.02.2011

 Emil Gätjens stellt seinen Roman „Wen der Kuckuck ruft“ im Igersheimer Bürgerhaus vor.

Seine Kindheitserinnerungen ans Taubertal haben Emil Gätjens zu seinem Roman inspiriert.
Das Buch stellt er bei einer Lesung in Igersheim vor.
Am Donnerstag, 10. Februar, 19:30 Uhr, laden Gemeinde und Heimatverein Igersheim zu einer interessanten Autorenlesung im Bürgerhaus ein: „Wen er Kuckuck ruft“ – Emil Gätjens Roman über die Kriegskindheit in der Region weckt Erinnerungen.
Viele heute 70- bis 80-Jährigen haben noch lebhafte Erinnerungen an die eigene Kindheit mitten im Krieg. Meist wurden die Kriegserlebnisse im schützenden Rahmen der eigenen Familie verarbeitet. Doch was ging damals in den Kindern vor, die als Bombenkinder von ihren Familien getrennt aus den gefährdeten Städten aufs Land verschickt wurden – zu wildfremden Leuten – auch ins Taubertal?
Die Gemeinde und der Heimatverein Igersheim laden zu einer Autorenlesung zu dieser Thematik ein. Der heute 74-jährige Autor Emil Gätjens erinnert sich in seinem Roman „Wen der Kuckuck ruft“ an die Kindheitserlebnisse bei einer fremden Familie im Taubertal. Wo genau er zwei Jahre lang – von 1943 bis 1945 – gelebt hat, verrät er nicht, aber viele seiner Schilderungen werden den älteren Einheimischen vertraut vorkommen. Ins vermeintlich sichere Taubertal verschlug es also den siebenjährigen Romanhelden aus dem Ruhrgebiet. Hier wurde er heimisch, und nahm seinen Platz als Kuckuckskind in einer fremden Familie ein. Hier erlebte er seine erste kindliche Romanze und schließlich, nach zwei Jahren, das Kriegsende sowie die Heimkehr ins zerstörte Ruhrgebiet.
Die Akteure des Romans sind erfunden, aber Emil Gätjens Kindheitserinnerungen bilden den Rahmen, in dem sich die Geschichte abspielt. Jetzt, als Rentner, hatte er endlich Zeit, sich seinen Traum – zum Schreiben – zu erfüllen. Und als Stoff für seinen Roman bot sich dieser prägende Lebensabschnitt, der tief in Emil Gätjens Erinnerung abgespeichert war, ganz besonders an. Allerdings basieren viele Schilderungen des Romans auch auf ortsunabhängigen Recherchen und sind nicht autobiografisch.
Der Heimatverein „Messklingenschlapp Igersheim e. V.“ freut sich besonders darüber, dass mit diesem Roman ein weiteres interessantes Werk das Geschichtsverständnis unserer Region beflügelt.

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